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Teil 2 der Serie „Verkaufstexte mit hypnotischen Sprachmustern“

mind-767584_1280Im ersten Teil haben Sie bereits einige hypnotische Sprachmuster für erfolgreiche Verkaufstexte kennengelernt. Heute werden Sie von weiteren hypnotischen Sprachmustern erfahren. Ganz klar: Mit hypnotischen Sprachmustern können Sie andere Menschen gezielt beeinflussen durch Formulierungen mit „magischer“ Überzeugungskraft! Sie lernen hypnotische Befehle, die den Empfänger dazu bringen, zuzustimmen, indem sie im Unterbewusstsein wirken.

Der eingebettete Befehl

„Ich würde es nie wagen, Ihnen einen Befehl zu erteilen. Und schon gar nicht: Studieren Sie dieses Angebot bis zum Ende und bestellen Sie dann!“ Haben Sie gemerkt, was hier geschieht? Der Befehl zu bestellen ist hier ganz klar ausgesprochen und der Leser hat das Gefühl, der Schreiber habe gar keine manipulativen Absichten. Und warum funktioniert dieses hypnotische Sprachmuster dann? Weil unser Unterbewusstsein Verneinungen nicht direkt beeinflussen kann.

Ein Beweis gefällig. Denken Sie jetzt bitte an irgendetwas, aber nicht an einen rosaroten Panther! Bitte jetzt nicht an einen rosaroten Panther denken! Und, verstanden? Damit Sie sich vorstellen können, was Sie sich nicht vorstellen können, müssen Sie es sich zunächst einmal vorstellen. Und genau dieses Prinzip nutzen Sie, wenn Sie einen eingebetteten Befehl einbauen. Denn Sie bauen diesen Befehl so ein, dass das Bewusstsein keinen Widerstand leistet und der Befehl ungefiltert ans Unterbewusstsein gelangen kann.

Ein weiteres Beispiel: „Und ich frage mich schon jetzt, wie schnell melden Sie sich für mein neuestes Seminar an?“ Dieser Satz sieht ganz harmlos aus, wird aber vom Leser als eine hypnotische Aussage gelesen und bewirkt einen hypnotischen Effekt: „… melden Sie sich für mein neuestes Seminar an.“

Einige typische Beispiele von eingebetteten Befehlen:

„Sagen Sie Ja zu diesem Angebot.“
„Besorgen Sie sich jetzt.“
„Lernen Sie dieses Geheimnis.“
„Lesen Sie das Angebot durch und bestellen Sie jetzt.“

Machen wir noch ein konkretes Beispiel. Nehmen wir an, Sie wollen den Leser dazu bewegen, diesen Brief bis zum Ende zu lesen. Die gewünschte Aktion ist also: „Lesen Sie jedes Wort dieses Briefes.“

Ihr Satz könnte dann so lauten: „Lesen Sie jedes Wort dieses Briefes, und Sie entdecken Geheimnisse, die Ihnen schier den Atem rauben!“

 

Das Gedankenlesen

„Möchten Sie mehr Geld verdienen? Sie haben recht. Wer möchte das nicht!“ Hier wende ich das Prinzip des Gedankenlesens an. Wenn ich zu Ihnen sage „Sie haben recht“, dann mache ich das, weil ich annehme, dass die meisten Menschen auf die Frage, ob Sie mehr Geld verdienen möchten, mit ja antworten. So ein Satz bewirkt im Unterbewusstsein folgendes: Das Unterbewusstsein spürt „da ist jemand, der weiß ganz genau, was ich denke.“ In überzeugenden Werbetexten werden Sie dieses Sprachmuster sehr oft antreffen. Das kann zum Beispiel so klingen: „Jetzt fragen Sie sich sicher, ob so etwas nicht ungeheuer kompliziert ist. Wir haben eine Überraschung für Sie …“

Übrigens, wäre es Ihnen eventuell möglich, den nächsten Abschnitt gleich zu lesen?

 

Das konversationelle Postulat

Ist es Ihnen aufgefallen? Der letzte Satz des letzten Abschnitts war bereits ein sogenanntes konversationelles Postulat. Ich hätte Ihnen auch direkt befehlen können: „Lesen Sie den nächsten Abschnitt jetzt gleich.“ Das würde Sie eventuell abschrecken, weiterzulesen. Aber eingebettet in eine harmlose Frage wirkt es wie ein Befehl und die meisten Leser werden diesen Befehl ausführen.

Noch ein Beispiel:

  • „Wäre es Ihnen möglich jetzt zu gehen?“
  • „Würden Sie mir 5 Minuten Ihrer Zeit opfern und diesen Brief lesen?“

Und es kommt noch besser. Sie können die Wirkung eines hypnotischen Sprachmusters noch erhöhen, indem Sie es mit einer anderen hypnotischen Formulierung verbinden. Etwa so:

„Und, nicht wahr (Rhetorische Frage), du weißt ja … (Gedankenlesen)
„… wie es ist, so ist´s richtig“ (Gedankenlesen)
schweben… (Satzfragment) und all das neue Verstehen (Nominalisierung)

Uups, beinahe hätte ich´s vergessen. Ich habe Ihnen noch gar nicht erklärt, was ich mit Satzfragmenten und Nominalisierung meine. Aber eines nach dem anderen, ja?

 

Die Nominalisierung und Satzfragmente

Nominalisierungen sind unglaublich mächtige hypnotische Sprachmuster. Nominalisierung klingt gefährliches als es ist. Es ist ganz einfach: Aus einem Verb wird ein Substantiv gemacht, oder zu Deutsch, aus einem Tätigkeitswort ein Dingwort machen.

Ein Beispiel: Statt zu sagen

  • „du verstehst das jetzt viel besser“, sagen wir
  • „Du kannst all das neue Verstehen jetzt ganz leicht und einfach integrieren.

Ein weiteres Beispiel: „Ich glaube an Ausbildung! Wir müssen das Ausbildungssystem in unserem Land stärken.“ Sie können die Ausbildung nicht anfassen und nicht sehen.

Zunächst hat jeder Mensch eine andere interne Repräsentation des Begriffes „Ausbildung.“

Was passiert, wenn Sie eine Nominalisierung nutzen?

  1. Der Leser sucht nach seiner Repräsentation von Ausbildung und geht nach innen. Und jedes Mal, wenn wir nach innen gehen, öffnen wir unser Unterbewusstsein und sind aufnahmebereiter.
  2. Wir geben dem abstrakten Konzept unsere eigene Bedeutung und sagen damit innerlich: „Ja, das kenne ich auch“.
    Und wenn wir nun eine Nominalisierung mit einem Satzfragment verbinden, hört sich das so an: „Diese neue Ausbildung, … voller Erfolgserlebnisse, das ganze Wissen …, Sie wissen ja, … Sie kennen die Erfüllung, und schließlich das Erleben …

Merken Sie´s? Ein Satzfragment ist ein Satz, der nicht fertig ausgesprochen wird, oder mitten im Satz beginnt.

Und übrigens: Genau solche Satzfragmente sind in der klassischen Werbung sehr beliebt, vor allem, wenn es darum geht, das Publikum zu etwas zu überreden, was kein vernünftiger Mensch tun würde, wenn er darüber nachdächte. Hier ist ein ganz typisches Beispiel aus einer Zigaretten-Reklame:

„Herbst… die Zeit der Reife… der milden Klarheit sonnig-später Tage… wir lieben sie… genauso wie unsere MILDE SORTE.“

Sehr raffiniert, oder nicht? Hier wird mit Hilfe von Satzfragmenten Stimmung gemacht, die sofort für eine neue nervliche Verknüpfung ausgenutzt wird.

Noch Lust auf mehr? Dann lesen Sie bitte den demnächst erscheinenden dritten Teil dieser Serie „Verkaufstexte mit hypnotischen Sprachmustern.“

Übrigens, zu Teil 1 gelangen Sie hier.

Bildrechte: https://pixabay.com/de/verstand-denken-geist-seifenblase-767584/

 

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